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Galerie Walker I Schloss Ebenau
2026
Die Veranstaltung
Ausstellung
JULIAN OPIE und DEBORAH SENGL
Deborah Sengl wurde 1974 in Wien in ein kunstsinniges Elternhaus geboren, sie ist die Tochter des österreichischen Malers Peter Sengl und der Künstlerin Susanne Lacomb. Seit beinahe drei Jahrzehnten entwickelt sie ein vielschichtiges Werk, das Malerei, Zeichnung, Skulptur und Installation umfasst. Ihr Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien schloss sie 1997 in der Meisterklasse von Christian Ludwig Attersee ab.
Im Zentrum ihrer Arbeit steht der Mensch in seinem komplexen Beziehungsgeflecht – allerdings selten in direkter Darstellung. Stattdessen bedient sich Deborah Sengl häufig der Welt der Tiere als Metapher für menschliche Verhaltensmuster. Ihre Hybridwesen, Mischformen aus Mensch, Tier und mitunter auch Pflanze, werden zum Sinnbild gesellschaftlicher Rollen, Denkschemata und Machtstrukturen. Tiere übernehmen menschliche Eigenschaften, Menschen wiederum zeigen tierische Züge. Es entstehen Bilder von großer Eindringlichkeit und zugleich irritierender Mehrdeutigkeit.
Anlässlich des dreißigjährigen Jubiläums der Galerie Walker im Schloss Ebenau hat die Künstlerin zwei neue Serien entwickelt.
Die Serie „Lasst Rosen sprechen“ ist eng mit ihrer persönlichen Beziehung zu diesem besonderen Orte verbunden. Einen anderen Zugang wählt die Serie „Kärnten ganz innen“. In diesen Acrylgemälden widmet sich Deborah Sengl herausragenden Kärntner Künstlerinnen, nämlich Christine Lavant, Maria Lassnig, Ingeborg Bachmann und Kiki Kogelnik.
Besonders eindrucksvoll sind die Arbeiten zu Ingeborg Bachmann – natürlich auch in Hinblick auf das heurige Bachmannjahr. Zu sehen sind darüber hinaus neueste Arbeiten, u. a. aus der Serie „Trouble in Paradise“. Bereits der Titel deutet an, dass sich hinter scheinbar idyllischen Situationen Spannungen und Konflikte verbergen.
Während Deborah Sengl eine Kunst zeigt, die hinter die Fassaden blickt und die verborgenen Mechanismen menschlichen Handelns sichtbar macht, begegnet uns bei Julian Opie eine Welt der Reduktion, der Klarheit und der universellen Zeichen.
Mit Julian Opie wird ein Künstler präsentiert, dessen Werke längst zu den ikonischen Bildern der internationalen Gegenwartskunst zählen. Seit den 1980er-Jahren entwickelt der 1958 in London geborene Künstler, der am renommierten Goldsmiths Collage in London studierte, eine unverwechselbare Bildsprache, die auf den ersten Blick überraschend einfach erscheint: klare Konturen, reduzierte Formen, wenige Farben. Und doch gelingt es ihm mit diesen scheinbar minimalen Mitteln, etwas zutiefst Menschliches sichtbar zu machen.
Julian Opies Werke werden in bekannten Museen und Galerien auf der ganzen Welt gezeigt. Der Künstler wird international von zwölf Galerien vertreten und hat bereits eine Vielzahl öffentlicher Kunstprojekte in Städten rund um den Globus realisiert. Er nahm 1987 an der documenta 8 in Kassel und 1993 an der Biennale Venedig teil. Alleine in diesem Jahr ist Julian Opie mit Einzelausstellungen, Projekten und Gruppenausstellungen unter anderem in Belgien, Großbritannien, SüdKorea, Indien, Japan, Spanien, China und den USA präsentiert.
Julian Opie interessiert sich weniger für das individuelle Detail, sondern für das, was Menschen miteinander verbindet: eine Bildsprache die kulturübergreifend verstanden werden kann. Seine Figuren, Porträts und Landschaften bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Wiedererkennbarkeit und Abstraktion. Inspiriert von Straßenschildern, Piktogrammen, Werbegrafik, digitalen Medien, aber ebenso von altägyptischen Reliefs, klassischen Porträts oder japanischen Holzschnitten, hat er eine universelle visuelle Sprache geschaffen.
Gerade im Zusammenspiel mit den Arbeiten von Deborah Sengl wird deutlich, wie unterschiedlich künstlerische Strategien sein können: Während Sengl gesellschaftliche Rollenbilder, Machtverhältnisse und Identitäten hinterfragt, reduziert Opie die sichtbare Welt auf ihre elementaren Formen. Beide eint jedoch das Interesse am Menschen – an seiner Erscheinung, seinem Verhalten und seiner Beziehung zur Welt. So entsteht in dieser Ausstellung ein spannender Dialog zwischen erzählerischer Vielschichtigkeit und formaler Reduktion, zwischen kritischer Reflexion und konzentrierter Wahrnehmung.
Text von Nora Leitgeb
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