Ausstellung "OTHER FANTASIES", Johannes DAVIES und Sophie GRUBER

Mi
15. Apr
2026
Beginn
16:00
Ende
19:00
Veranstaltungsort
6020 Innsbruck, Österreich

Die Veranstaltung

Was
erzählen Zukunftsspekulationen über uns Menschen? Was sagen die Eigenschaften,
die wir Technologien zuschreiben, über unsere eigenen Bedürfnisse und Wünsche
aus? Unsere impliziten Ideen und Erzählungen über die Zukunft geben vor, wie
sich unsere realen Technologien und unser Zusammenleben entwickeln. Wir
Menschen streben nach Kontrolle, danach, Maschinen nach unserer Vorstellung zu
formen. Gleichzeitig fehlt es uns nicht an fiktiven Erzählungen, in denen
intelligente Maschinen die Überhand gewinnen und die Macht ausnutzen, die wir
ihnen zuvor übertragen haben.
Die Kunsthistorikerin Chus Martínez beschreibt den menschlichen Wunsch zu
dominieren, sowie die menschliche Furcht vor einem Szenario, in dem unsere
technologischen Erzeugnisse uns in Hinblick auf Destruktion und Unterdrückung
über den Kopf wachsen. Sie schlägt vor, dass wir andere Fantasien nutzen, um
uns einer Realität anzunähern, in der wir tatsächlich leben wollen. Fantasie,
so Martínez, erlaubt uns eine Annäherung an eine Welt, die wir uns vorstellen,
die wir aber noch nicht realisieren können. Fiktion, das zweite Werkzeug der
Wahl, bildet eine Brücke von der Gefühlswelt und Vorstellungskraft eines
Individuums zum nächsten.
Welche Fantasien prägen unsere Welt in der Gegenwart, und wie könnten andere,
neue Fantasien aussehen, die uns eine Welt visualisieren lassen, in der
empathische Bande geknüpft, Gemeinschaften gebildet und mehr-als-menschliche
Populationen geachtet werden?
Diesen Fragen widmet sich die Ausstellung Other Fantasies von Sophie Gruber und
Johannes Davies. Davies’ Auseinandersetzung mit Überwachung, Repression und
Kontrolle bildet die uns vertraute Richtung technologischer Weiterentwicklung
ab, in der Gesellschaften gläserner und fremdgesteuerter werden. Gruber strebt
in ihren eskapistischen Arbeiten danach, eine Welt abzubilden, die völlig frei
von menschlicher Beeinflussung ist und die sich bereits vom Anthropozän erholt
hat.
Beide suchen in ihrer Kunst nach Möglichkeiten, Technologien einzusetzen, um
eben deren Rolle zu hinterfragen, kritische und unerwartete neue Szenarien zu
schaffen. So entstehen Parallelwelten in Computerprogrammen, die aus dem Alltag
einer Überwachungskamera erzählen, das Gefühl von Sicherheit in Klang
übersetzen oder die Form ungestört glatter Seen einnehmen, auf deren Oberfläche
das Licht virtueller Sonnen glitzert.
In der Ausstellung werden Rauminstallationen (Keramik, Textilien, Sound),
Zeichnungen und Drucke digitaler Arbeiten gezeigt.

Info

Quelle Contwise

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6020 Innsbruck, Österreich

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