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Kunst statt Krieg - Missa contra bellum
Die Veranstaltung
Kunst statt Krieg - Missa contra bellum
Das Konzeptkonzert Missa contra bellum ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt, das Musik, Literatur und bildende Kunst zu einem eindringlichen Gesamterlebnis verbindet.
Ein Konzert, das Krieg erfahrbar macht
Im Zentrum des Projekts steht Joseph Haydns Paukenmesse (1796), komponiert in einer Zeit politischer Unruhe und militärischer Bedrohung durch die napoleonischen Kriege. Dieses Werk bildet den musikalischen Kern des Abends und wird szenisch erweitert, um die emotionale Dimension des Themas Krieg sichtbar und hörbar zu machen.
Die Inszenierung verzichtet bewusst auf abstrakte Darstellungen. Stattdessen wird das Publikum in eine Atmosphäre versetzt, die spürbar macht, was es bedeutet, schutzlos zu sein und ohne eigenes Zutun in Gewalt hineingezogen zu werden. Moderne Bedrohungsszenarien – etwa das Gefühl, Drohnenangriffen ausgeliefert zu sein – werden künstlerisch umgesetzt und schaffen eine unmittelbare Erfahrbarkeit.
Literarische Stimmen gegen Gewalt
Die musikalische Ebene wird durch Texte von drei bedeutenden Autorinnen ergänzt:
- Bertha von Suttner, Friedensnobelpreisträgerin und Pionierin der Antikriegsliteratur
- Ingeborg Bachmann, deren Werk sich intensiv mit Gewalt, Macht und Verletzlichkeit auseinandersetzt
- Svetlana Alexijewitsch, Nobelpreisträgerin, die in dokumentarischer Form die Stimmen von Kriegsopfern hörbar macht
Diese Texte fungieren als dramaturgische Brücken zwischen den musikalischen Teilen und geben denjenigen eine Stimme, die Krieg am eigenen Körper erlebt haben.
Bildende Kunst als emotionale Verstärkung
Zwei Künstlerinnen aus Völkermarkt begleiten das Konzert mit ihren Werken:
- Renate Pirker – Skulpturen, die Verletzlichkeit, Zerstörung und menschliche Fragilität sichtbar machen
- Gudrun Zikulnig – Artworks, die emotionale Zustände zwischen Angst, Ohnmacht und Hoffnung visualisieren
Ihre Arbeiten erweitern den Konzertsaal zu einem begehbaren Erfahrungsraum.
Zentrale Botschaft: „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“
Ein dramaturgischer Wendepunkt des Abends ist die Erkenntnis, dass Krieg kein weibliches Gesicht hat – ein Gedanke, der auf Alexijewitschs Werk verweist. Erst gegen Ende des Konzerts wird dieser Satz in seiner ganzen Bedeutung sichtbar: Frauen sind selten die Verursacher von Kriegen, aber fast immer von deren Folgen betroffen.
Damit öffnet das Projekt einen Raum für gesellschaftliche Verantwortung. Es erinnert daran, dass die Erfahrungen vergangener Generationen nicht verloren gehen dürfen und dass Frieden kein Selbstläufer ist, sondern aktives Handeln erfordert – durch Bildung, Dialog und internationale Zusammenarbeit.
Ein kulturelles Projekt mit gesellschaftlichem Auftrag
Missa contra bellum versteht sich nicht nur als Konzert, sondern als künstlerischer Appell. Es möchte Bewusstsein schaffen für die Realität von Krieg und Gewalt – und für die Notwendigkeit, Konflikte anders zu lösen als auf dem Schlachtfeld.
Info
Kontakt
| Rosengasse 3. 9100 Völkermarkt, 9100 Völkermarkt, Österreich | |
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